S.

PROF. DR. FREUD

WIEN, IX. BERGGASSE 19.

28. 2. 09

Dear Dr Brill

Es kommt oft anders als man sich vorgenom̄en
hat. Die Clark University hat mir vorgestern
mitgetheilt, daß sie sich veranlaßt sieht,
die Feierlichkeiten vom Juli auf die zweite
Septemberwoche zu verschieben u mit Rücksicht
darauf ihre Einladung erneuert, übrigens
auch die Reisessubsidien beträchtlich erhöht.
Unter diesen geänderten Umständen konnte
ich nicht anders als annehmen, ich kann ausge-
ruht hinkom̄en und ohne Einbuße an meinem
regelmäßigen Erwerb. Ich hoffe Sie also
in der ersten Woche des Sept in New
York widerzusehen! Erwägen Sie nun, wie
passend es wäre, wenn zB. der Band über
die Hysterie bis dahin übersetzt u in den
Händen der Hörer wäre und lassen Sie mich
wissen, ob dieß möglich ist.

Ich schreibe gleichzeitig an Jones, dessen diplomatische
Künste mit dem Auftauchen meiner eigenen
Person rechnen müssen. – Es ist nicht unwahr-
scheinlich, daß mich mein Bruder begleitet.
– Jahrbuch und zweite Sammlung z. Neurosen-
lehre sind erschienen.

Mit herzlichem Gruß
an Sie u Ihre Frau
Ihr
Freud