• S.

    INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT FÜR
    ÄRZTLICHE PSYCHOANALYSE
    HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR DR. SIGM. FREUD
    SCHRIFTLEITUNG: Dr. S. FERENCZI, Budapest, VII. Elisabethring 54 / Dr. OTTO RANK, Wien IX/4, Simondenkgasse 8
    VERLAG HUGO HELLER & Co, Wien, I. BAUERNMAKT No 3
    ABONNEMENTSPREIS: GANZJÄHRIG (6 HEFTE, 36–40 BOGEN) K 21.60 = MK. 18.–

    Wien am 9 April 1913

    Dear Dr Brill

    Vielen Dank für Ihren Brief! Ich bin wie
    immer ganz Ihrer Ansicht u lege das gewünschte
    offizielle Schriftstück bei. Ich hoffe, Sie geben
    nicht nach. Übrigens interessant, daß Jung, von
    dem kein Beitrag für unsere Zeitsch. zu bekom̄en
    ist, sich an der amerik., die doch eigentlich ein
    Konkurrenzorgan ist, so ausgiebig beteiligt.

    Die Thatsache, daß die englische Trdeutung in
    Ihren Händen ist, hat mich sehr gefreut. Ich
    habe nichts bekom̄en u bin auch sehr gespannt,
    wie sich das Rätsel der gereinigten Ausgabe
    lösen wird!

    Mein Som̄erprogramm: 24 Juli - 10 Aug Marienbad,
    dann ein Aufenthalt in Tirol, noch unbestim̄t;
    bis Congreß 8/9 Sept, dann Reise noch unbe-
    stim̄ter. Sie sind zu jedem Ort willkom̄en.
    We will have some good talk together.

    Von May Joy schreiben Sie diesmals nichts. Ich
    hoffe, daß es ihr sehr gut geht. Sie werden
    viel von ihr erzälen müßen.

  • S.

    Wenn Jelliffe ein neues ψα Organ schafft, so ist
    sein erster nächster Schritt offenbar zu beantragen,
    dass der ΨA Verein in New York sich von
    dem Zwangsabkommen auf die Int. Zeitsch.
    frei macht. Sind Sie auf diese Möglichkeit
    vorbereitet?

    Im Verein geht es jetzt recht gut. Seitdem
    die beiden Ekel mit ihren Anhängern
    ausgeschieden sind, ist das Einvernehmen sehr
    schön u manche andere wie Hitschmann
    u Tausk entwickeln sich ordentlich. Über
    unser Benehmen auf dem Kongreß werden
    wir uns am besten vorher, schriftlich oder
    mündlich, einigen.

    Ich grüße Sie herzlich u bitte Sie nicht zu
    glauben, daß ich mir aus den Reibungen
    u Anfeindungen viel mache. Wenn ich
    altere u nicht mehr so leicht arbeite, so
    wäre das ja auch sonst nicht wunderbar.

    Most cordially yours
    Freud