• S.

    PROF. DR. FREUD

    WIEN IX., BERGGASSE 19.

    20. 2. 20.

    Lieber Dr Brill

    Da ich weiß, daß Sie nicht
    nur an der ΨA sondern
    auch an mir selbst lebhaften
    Anteil nehmen, theile ich
    Ihnen mit, daß ich meine
    geliebte Sophie, die mittlere
    meiner Töchter, 26 J alt, die
    in Hamburg gelebt hat, an
    einer schweren Grippepneu-
    monie verloren habe. Sie
    hinterläßt zwei Knaben
    (von 6 u 1 Jahr) u einen un-
    tröstlichen Mann.

    Kinder sollten nicht vor

    den Eltern sterben. Es ist
    grausam.           

    Ich behandle jetzt einen
    New Yorker Zahnarzt, den
    Sie auch kennen, █████.
    Er macht sehr gute Fort-

  • S.

    schritte. Er kommt von Jones, der
    mir auch englische Patienten
    schickt.

    Unsere allgemeine Lage ist
    noch immer sehr schlecht.
    Das Interesse für ΨA ist
    in Europa sehr lebhaft,
    es beginnen jetzt auch Über-
    setzungen ins Italienische
    u Französische. Von den
    Ihrigen sind zwei – ΨA movement
    u Death and war – noch
    nicht bei mir eingetroffen.

    Ich hoffe in Ihrem
    nächsten Brief zu hören,
    daß es Ihnen u Ihrer
    Famlie andauernd gut
    geht.

    Herzlich
    Ihr
    Freud