S.

PROF. DR. FREUD

WIEN, IX. BERGGASSE 19.

24. 2. 1930

Dear Brill

Ich denke, ich werde in der Sache
zwischen Deuticke und Unwin nichts
unternehmen, solange der erstere
sich nicht an mich wendet. Auch wenn
dies nicht geschieht, wird es gut ab-
laufen, denn Deuticke ist an-
ständig und entgegenkom̄end.

Ich freue mich sehr, daß auch Sie
Anna’s Absage an William’s Kongreß
für zweckmäßig halten. Sie wird
mit den Feinden der Analyse
später noch genug zu thun be-
kommen.

Natürlich höre ich auch gern, daß das
„Unbehagen“ Ihnen etwas geboten
hat. Man legt doch Wert auf die
Zustimmung wenigstens seiner
Nächsten.

Hier geht das Gerücht, daß Adler seine
Vorlesungen u seine Klinik an
der Columbia (?) plötzlich geschloßen
hat. Gewiß nicht freiwillig. Man
weiß nichts darüber.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Freud