• S.

    PROF. DR. FREUD

    WIEN IX., BERGGASSE 19

    16. 5. 1936

    Dear Brill

    Früher, als ich erwartet, bin
    ich in die Lage gekommen,
    den Fond anzugreifen,
    durch dessen Schenkung
    Sie mich wieder einfluss-
    reich gemacht haben. Ich
    bitte Sie, den Betrag von
    $ 1500 an das in der
    Beilage genannte Konto
    in Zürich zu schicken.

    [Hier ein kleiner Zettel eingeklebt, auf dem in fremder Handschrift steht:]

    Kto: „Internationale Psycho-
    analytische Vereinigung,
    Verlagsfond, London“
    –––––––––––––––––––––––
    bei Schweizerische Kredit-
    anstalt, Zürich

    Der Lärm um den
    Geburtstag ist nun glücklich
    vorüber. Die Teilnahme
    von Seiten Amerika’s
    hat sich mit mehreren förm-
    lichen Telegrammen begnügt.

  • S.

    Merkwürdiger Weise war
    die Beteiligung in den
    nordischen Ländern – Däne-
    mark, Schweden –, Polen und
    Rumänien am lebhaftesten.
    In Wien gab es allerlei
    offizielle Huldigungen,
    allerlei recht verschämt.
    Der Höhepunkt war ein
    öffentlicher Vortrag von
    Thomas Mann betitelt:
    Freud und die Zukunft.

    Herzlich Ihr
    Freud