Freud, Sigmund – Eckstein, Emma (03.02.1904)

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  1. Prof. Dr. Freud

    3. 2. 04
    IX., Berggasse 19

    Liebe Emma

    Ich bin beim W. Bölsche, verstünde
    es auch nicht, mich heraus zu schwindeln
    wenn Sie mich zur Rede stellen,
    muß Ihnen also ohne Aufschub
    mittheilen, daß ich gestern der im Hause
    wütenden Influenza zum Opfer gefallen
    bin, heute mich sehr leistungsunfähig
    fühle u bei aller Einschränkg der Geistes-
    kräfte doch eines als einen Schugan

  2. in Ihrem Brief diagnostiziren kann,
    di: die Annahme, daß Sie mir Geld
    schulden?! Hoffentlich ist es recht viel,
    dh: ich bin sehr neugierig, ob da etwas
    Reales dahintersteckt, weil ich die
    Tiefe Ihrer Bosheit an diesem Beispiel
    werde messen können.

    Ich hoffe auch, daß alle Ihre Zustände
    aushalten werden, bis ich im Stande
    bin, mich etwas mehr um Sie zu beküm̄ern
    u grüße Sie unterdess herzlich mit der
    Bitte, sich über Brutalitäten nicht
    zu kränken.

    Ihr
    F.

Adressat(en)
Datum
03.02.1904
Art
Sprache
Umfang/Seiten
2
Absendeort
Berggasse 19
1090 Wien
Archiv Signatur
C21F25
Veröffentlicht

07.04.2015

Aktualisiert

27.10.2015

Die diplomatischen Umschriften der vorgestellten Texte bedürfen noch weiterer Korrekturen, erst dann kann mit der Annotation begonnen werden.
Beiträge und Korrekturen Ihrerseits sind sehr willkommen!