DIGITALE EDITION

Die Gesamtausgabe soll alle erhaltenen, bislang publizierten und nicht publizierten Schriftstücke aus Freuds Hand, sein Briefwerk und die Miszellen umfassen und in einer einzigen, nach durchgängigen historisch-textkritischen und editorischen Prinzipien erstellten Quellenedition zugänglich machen.
Die Schriften Freuds sind auf einer gemeinsamen Forschungs- und Publikationsdatenbank versammelt, werden nach Möglichkeit als Faksimile und in diplomatischer Umschrift präsentiert, nach einheitlichen, wissenschaftlichen Kriterien ediert, mit einen kritischen Apparat versehen.

Das Werk
Es werden alle Schriften Freuds aufgenommen, das schließt auch all jene Quellen ein, die erst posthum publiziert oder bisher nicht veröffentlicht wurden. Bei jedem Werk werden alle für die Edition relevanten Textträger – von der Entstehung bis zur Fassung letzter Hand – berücksichtigt.
Das wissenschaftliche Druckwerk umfasst alle von Freud selbst publizierten Schriften, das schließt die vollständige Aufnahme aller Schriften, die Freud zusammen mit anderen Autoren und Autorinnen verfasste, ebenso ein, wie seine geruckten Rezensionen, Gutachten, Nachrufe, Vorworte zu eigenen Schriften und denen anderer Autoren und Autorinnen, sowie seine Übersetzungen. Freuds Frühwerk in die Gesamtausgabe integriert und die Trennung in ein „voranalytisches“ Werk und ein psychoanalytisches „Hauptwerk“ aufgehoben. Damit wird nicht nur dem wissenschaftlichen Rang dieser frühen Schriften entsprochen, sondern auch deutlich gemacht, wie sehr Freuds ursprüngliche Verankerung in der Neurologie, Neuroanatomie und der zeitgenössischen Physiologie sein gesamtes Wissenschaftsverständnis beeinflusste.
Freuds handschriftlicher Nachlass (mit Ausnahme der Druckvorstufen bei von ihm selbst publizierten Werken) und die Miszellen sind kategorial vom Druckwerk zu unterscheiden, werden aber in der digitalen Edition formal wie Werke behandelt. Sie umfassen so unterschiedliche Texte wie die von Freud selbst nicht veröffentlichten Manuskripte, seine Notizen, Widmungen, Empfehlungen, Randbemerkungen in Büchern, Krankengeschichten, Krankenblätter und Fallvignetten, Autobibliographien, Chroniken, Kalendereinträge, Patientenkalender, Interviews und überlieferte Diskussionsbeiträge sowie Bild- und Tonspuren.
Berücksichtigt werden auch Werke oder Werk-Manifestationen, die nicht überliefert, sondern nur mehr indirekt zu erschließen sind.

Das Briefœuvre
Das Briefwerk umfasst alle erhaltenen Briefe, Postkarten, Ansichtskarten, Telegramme, Briefumschläge und Beilagen. Freuds Korrespondenz übertrifft in ihrem Umfang deutlich den seiner wissenschaftlichen Arbeiten: Seriöse Schätzungen aufgrund der erhaltenen Briefe, aber auch z.B. aufgrund von Listen, die Freud über seinen Briefverkehr geführt hat, gehen von über 20.000 oder mehr Briefen aus, die Freud im Laufe seines Lebens geschrieben hat. Die von Freud nicht auf Deutsch (sondern auf Englisch, Französisch oder Spanisch) verfassten Briefe sollen sowohl in ihrer ursprünglichen Sprache als auch in deutscher Übersetzung aufgenommen werden.

Christine Diercks (CD) [und Ernst Falzeder, 23.9.2014];
geändert von CD am 16.10.2016, 5.3.2017, 23.9.2017, 26.8.und 3.10.2021.